Filippo (Philipp) Neri

Namenstage: Philipp

Funktion: Heiliger, Ordensgründer, Mystiker

Gedenktag: 26. Mai

Heiligsprechung 1622

Patronat: der Humoristen; gegen Erdbeben; gegen Gliederkrankheiten und Unfruchtbarkeit

Filippo Neri wurde am 21. Juli 1515 als Sohn eines Anwalts in Florenz geboren, wo er die Schule der Dominikaner besuchte. Schon in jungen Jahren begeisterten ihn die Schriften des Dominikanerpredigers Girolamo Savonarola (1452–98), der eine Reform der katholischen Kirche forderte und für seine Kritik an Adel und Klerus hingerichtet wurde. In San Germano, nahe der Benediktinerabtei Montecassino, erlernte Filippo bei einem Onkel den Beruf des Kaufmanns, entschloss sich aber 1533, nach Rom zu gehen, wo er viele Jahre lang als Erzieher bei einer florentinischen Familie tätig war. Er führte ein Leben in Buße und Enthaltsamkeit, studierte an der römischen Universität La Sapienza und kümmerte sich um Arme und Kranke.

Gemeinsam mit seinem Beichtvater gründete Filippo 1548 eine Bruderschaft, die sich der Pflege armer und kranker Rompilger widmete. 1551 empfing er die Priesterweihe und gründete 1552 den Orden der Oratorianer. Mit besonderer Hingabe kümmerte er sich um die römischen Kinder, für die er auf Italienisch predigte, und förderte Wallfahrten und das kirchliche Liedgut in der Volkssprache. Zu Filippos Freunden zählten berühmte Persönlichkeiten wie Ignatius von Loyola, der Mitbegründer des Jesuitenordens (1491–1556; hl.) oder der Kardinal Karl Borromäus (1538–84; hl.); Filippo selbst lehnte die Kardinalswürde mehrmals ab.

Am 26. Mai 1595 verstarb der beim Volk sehr beliebte Priester und wurde in der Kirche Santa Maria Vallicella beigesetzt, deren Bau er 1575 begonnen hatte; die Fertigstellung des Gotteshauses erfolgte erst zehn Jahre nach seinem Tod. Am 12. März 1622 wurde Filippo Neri von Papst Gregor XV. heiliggesprochen.

Darstellung: als Oratorianer, zur Gottesmutter Maria betend

Attribute: Rosenkranz, Gottesmutter Maria, Stab, flammendes Herz

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010