Patronat: Rom, Trier, Posen/Poznan (Polen); Diözesen Osnabrück und Lausanne-Genève-Fribourg; der Päpste, Büßer, Beichtenden, Jungfrauen, Glaser, Schreiner, Schlosser, Schmiede, Eisenhändler, Bleigießer, Metallarbeiter, Uhrmacher, Töpfer, Maurer, Ziegelbrenner, Steinhauer, Brückenbauer, Papierhändler, Weber, Walker, Metzger, Fischer, Fischhändler, Netzemacher, Schiffer, Schiffbrüchigen; gegen Besessenheit, Epilepsie, Tollwut, Fieber, Schlangenbisse, Fußleiden und Diebstahl
Petrus, eigentlich »Simon«, wurde um 1 n.Chr. in Bethsaida in Galiläa (in der Nähe der Mündung des Jordan in den See Genezareth; heute El Aradsch in Südwestsyrien, aber von Israel besetztes Gebiet) geboren und zog später nach Kapernaum, woher seine Frau stammte. Er gab die Fischerei auf und folgte Johannes dem Täufer, bis ihn sein Bruder Andreas mit Jesus bekannt machte. Dieser machte ihn zum Ersten seiner Jünger: »Du bist Petrus der Fels, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen …« (Matthäusevangelium 16, 18 f.)
Nach dem Tod des Heiland stand Petrus zunächst der Jerusalemer Christengemeinde vor, predigte dann in Samaria (bei Nablus), Lydda (heute Lod) und Joppe (heute Yafo, ein Stadtteil von Tel Aviv), wobei er viele Wunder wirkte. In Cäsarea taufte er den ersten nichtjüdischen Heiden, den römischen Hauptmann Cornelius. 44 n.Chr. kam Petrus auf Anweisung des Herodes Agrippa in Haft, doch wurde er vor der drohenden Hinrichtung durch einen Engel bewahrt, der ihn nach Antiochia (heute Antakya, Südosttürkei) entführte. Vermutlich 48 n.Chr. leitete er in Jerusalem ein Apostelkonzil, auf dem gegen seinen Willen beschlossen wurde, dass nicht nur Juden Christen werden dürften.
Petrus reiste zu den christlichen Gemeinden in Kleinasien und Korinth und kam um das Jahr 57 nach Rom, wo er (ab etwa 62 unterstützt von dem Apostel Paulus) eine Gemeinde gründete, deren erster Bischof er wurde. Als Kaiser Nero im Jahre 64 Schuldige für die Feuersbrunst, die die Stadt zerstört hatte, suchte, ließ er die Christen verfolgen und auch ihren Bischof ans Kreuz schlagen. Archäologische Untersuchungen in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts haben ergeben, dass Petrus zunächst in einem einfachen Erdgrab beigesetzt wurde. Im 4. Jahrhundert baute Konstantin der Große eine fünfschiffige Basilika darüber, die später durch die größte Kirche der Welt, den Petersdom, ersetzt wurde.
Die Verehrung des ersten Apostels war besonders im frühen Mittelalter groß, die Karolinger erhoben ihn zu ihrem Schutzpatron, und in den neu christianisierten Gebieten Zentraleuropas war in dieser Zeit oft der erste nachzuweisende Kirchenbau dem Petrus geweiht.
Seine besondere Bedeutung im Katholizismus hat er durch das System der apostolischen Nachfolge, nach dem alle Bischöfe von Rom – die Päpste – direkte Erben des Petrus sind. Als wichtigster und dem Heiland liebster Apostel symbolisiert er auch den Alleinvertretungsanspruch der katholischen Kirche für alle Christen, der über Jahrhunderte hinweg zäh verteidigt worden ist. Auch das Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit leitet sich letztlich davon ab.
Die Bauernregel sagt zum 29. Juni, dem Tag von Petrus und Paulus:
»Regnet’s am St. Peterstag, drohen 30 Regentag.«
»Peter und Paul hell und klar, bringet uns ein gutes Jahr.«
Darstellung: im Apostelgewand (Tunika und Mantel) in verschiedenen Szenen seines Lebens oder als Papst im Ornat; oft zusammen mit den anderen Aposteln und Jesus (z. B. beim Letzten Abendmahl) oder mit Paulus (zwei Apostelfürsten); mit dem Kopf nach unten ans Kreuz genagelt
Attribute: Pallium, Tiara, Kreuzstab (mit zwei oder drei Querbalken), Schriftrolle oder Buch, Schlüssel (des Himmelreiches), Schiff (»Kirchenschiff«), Hahn (Verrat und reuiger Sünder), Fisch (Fischerberuf, »Menschenfischer«)

Quelle: Herder-Verlag