Patronat: Norwegen
Olav ist zusammen mit Knud von Dänemark (hl.) und Erik von Schweden (hl.) einer der drei großen Könige und Missionare des Nordens. 995 wurde er als Sohn eines norwegischen Kleinkönigs namens Harald geboren und zog schon mit zwölf Jahren in einem eigenen Schiff auf Wikingerfahrt in die Ostsee und an die Nordseeküsten, ja bis Gibraltar. In England stand er einige Jahre in den Diensten König Ethelreds; dort lernte er auch das Christentum kennen. In Rouen (Normandie) wurde er 1015 getauft und machte sich mit 200 Männern, etlichen Priestern und einem Bischof in seine Heimat auf. Er trieb die Dänen aus dem Land, einte die vielen kleinen Königreiche des Fjordlandes und ließ sich 1016 zum ersten gesamtnorwegischen König krönen. Heidnische Heiligtümer und Götzenbilder wurden zerstört, Kirchen gebaut und aufrührerische Kleinkönige, die weder die Unabhängigkeit noch ihren alten Glauben aufgeben wollten, in mehreren Schlachten geschlagen. Olav erließ aber auch neue Gesetze, die lange Zeit Gültigkeit besaßen. Seine heidnischenWidersacher riefen 1027 die Dänen wieder ins Land, und als deren König Knud der Große mit einer dänisch-englischen Flotte in Norwegen landete, musste Olav das Land verlassen. Seine Machtbasis im östlichen Norwegen war nur klein gewesen, und er konnte kein Heer aufstellen, das Knut und den mit ihm verbündeten westnorwegischen Fürsten hätte Paroli bieten können. Anfang 1030 zog er mit Unterstützung schwedischer Truppen wieder nach Norwegen. Am 29. Juli 1030 kam es zur Schlacht von Stiklestad (Mittelnorwegen, nordöstlich von Trondheim), in der Olav den Tod fand. Der Bauer Thorgils und seine Söhne sollen den Leichnam des Königs geborgen und ihn später nach Nidaros (heute Trondheim) gebracht haben, wo er in der Clemenskirche beigesetzt wurde. Schon bald wurde Olav als heilig verehrt. Ende des 12. Jahrhunderts baute man für ihn die Kathedrale in Trondheim, die größte skandinavische Kirche und Sitz der norwegischen Erzbischöfe. Sein Kult erlangte erst im Zuge des norwegischen Nationalismus Ende des 19. Jahrhunderts wieder eine größere Verbreitung.
Darstellung: in vornehmer Kleidung oder in Rüstung mit königlichen Insignien
Attribute: Krone, Reichsapfel, Zepter; Hellebarde oder Streitaxt (Todesart); Weinkrug (Weinwunder); Drache mit Menschenkopf und Krone zu Füßen (besiegtes Heidentum)

Quelle: Herder-Verlag